Münster St. Bonifatius
Münster St. Bonifatius
Das Münster St. Bonifatius, heute ev.-luth. Gemeindekirche, ist die älteste Kirche der Stadt. Eine Turmbesteigung bietet einen wunderbaren Blick über Stadt und Land.

802 oder 812 Der sächsische Graf Bernhard und seine Frau Christina gründen auf ihrem Gut in Hameln eine Eigenkirche und bestimmen diese für sich zur Grablege.

826 Nach dem Tod von Graf Bernhard 826 gehen die Besitzungen des Grafenpaars im Raum Hameln an die Abtei Fulda über.

Um 851 Die Reichsabtei Fulda gründet am Ort des heutigen Münsters ein Benediktinerkloster. Die Kirche wird dem heiligen Romanus geweiht. Vermutlich bereits in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts wird das Kloster in ein Kollegiatstift umgewandelt.

1209 Die romanische Basilika wird durch einen Brand zerstört; der Neubau ist vermutlich zwischen 1230 und 1240 fertig gestellt.

Um 1235/1241 Kirche und Stift werden nach dem heiligen Bonifatius bezeichnet. Ob zwischen 1235 und 1241 formal ein Patrozinienwechsel vom heiligen Romanus zum heiligen Bonifatius stattgefunden hat, ist in der Forschung umstritten. Das Romanuspatrozinium bleibt für die Krypta bestehen.

13./14. Jahrhundert Die Kirche wird ständig erweitert und umgebaut – aus der romanischen Basilika entsteht eine gotische Hallenkirche.

1540 In Hameln wird die Reformation eingeführt. Die Gemeinde hält im Nordschiff d er Münsterkirche lutherische Gottesdienste ab, während die Stiftsherren noch dem katholischen Glauben anhängen.

1578 Die Stiftsherren treten zum lutherischen Glauben über.

17. Jahrhundert Einbau von Emporen und Priechen für Ratsmitglieder, einzelne Gilden und Familien.

1744 Aufsetzen der Barockhaube und der Laterne auf den Vierungsturm.

1756 Aufstockung des Westturms.

1760 Abbruch des Kreuzgangs wegen Erweiterung der Hamelner Festungsanlagen.

1803 Napoleonische Truppen besetzen die Münsterkirche und benutzen diese für militärische Zwecke. In der Folge wird das Gebäude u. A. als Pferdestall und Niederlage (=Warenlager) genutzt und verfällt immer mehr. Verlust der gesamten Innenausstattung.

1848 Aufhebung des Stiftes; Übergang des Besitzes an die Klosterkammer Hannover.

1870-1875 Restaurierung durch den Konsistorialbaumeister Conrad Wilhelm Hase aus Hannover. Das nördliche Seitenschiff wird komplett abgebrochen und nach alten Plänen neu aufgebaut, der Vierungsturm erhält ein neues Fundament und der Innenraum wird im neugotischen Stil vollkommen neu gestaltet.

1952-1955 Renovierung der Krypta zur Nutzung als Nebenkirchenraum. Grabungen brachten älteste Fundamente der Kirche ans Licht.

1970-1976 Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie neue Ausgestaltung des Innenraums.

1972 Die Klosterkammer tritt ihren Besitzanteil an der Münsterkirche an die Gemeinde ab.

1980 Installation einer neuen Orgel (Marcussen-Orgel).

2007-2008 Innenrenovierung.

Weitere Informationen sowie Panoramen finden Sie auf der Homepage des Münsters.

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