Haus Osterstraße 12
Leisthaus
Stiftsherrenhaus
Leisthaus
Das Leisthaus wurde von Cord Tönnis für den Patrizier und Kornhändler Gerd Leist 1585/89 erbaut. Teile der mit Merkmalen der späten Weserrenaissance reich gestalteten und dekorierten Fassade sind original: Die Werksteingliederung durch Säulen, Gesimse, Roll- und Beschlagwerk, die Giebelkonstruktion mit Voluten und Obelisken, die Utlucht mit acht Tugendallegorien auf dem Brüstungsfries, einer vollplastischen Lukretia-Figur im Giebelfeld und vergoldetem Neidkopf in der Giebelspitze.
Neid- und Abwehrköpfe haben nicht die Aufgabe den Betrachter zu erschrecken, sondern sie sollen den Neid und das Unheil vom Haus abwehren (Brand, Hochwasser, Missernten, Hungersnot und Seuchen).

Die Bemalung der Wandflächen mit Ziegelsteinstruktur erfolgte nach Befund bei der letzten Restaurierung. Sie deutet auf niederländischen Einfluss hin und ist für die Bauornamentik dieser Epoche in der Weserregion ohne Beispiel.

1912 wurde im Leisthaus das Museum der Stadt Hameln eröffnet.

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